Archiv unserer Kommentare
Auf dieser Seite finden Sie nochmal alle Kommentare die sich in Zukunft ansammeln werden. Den aktuellen finden Sie weiterhin immer auf der Startseite.„Dörfliches Gemeinschaftsleben geht uns alle an!“ - ?Als aktiver
Brandschützer in der Samtgemeinde Tarmstedt ist man dieser Tage schon
ein wenig erstaunt, wenn man die Zeitung aufschlägt und liest, dass der
Ort Dipshorn Angst um das „dörfliche Gemeinschaftsleben“ habe. Der Grund
für diese Angst? Nach der Auflösung der Feuerwehr brauche man einen
neuen „Kulturträger für das dörfliche Gemeinschaftsleben“. Zur Erinnerung: Ende Oktober 2009 musste die Feuerwehr Dipshorn aufgegeben werden, weil ein Interesse am Erhalt der Feuerwehr im Kreise der Dorfgemeinschaft offenbar nicht vorhanden war. Ende Februar – nicht einmal ein halbes Jahr später – tritt nun eine Bürgerversammlung zusammen, bei der sich 60 Interessenten finden, die einen Verein gründen wollen der ein „Dienstleister für die Dorfgemeinschaft“ sein soll. An Ideen mangelt es den Initiatoren nicht und neben Festlichkeiten sind Film- oder Spieleabende angedacht. Soweit so gut. Das Bedürfnis nach Klönschnack, gemütlichen Festen und gemeinsamen kulturellen Veranstaltungen wie Lesungen ist verständlich und vor Allem ein Indikator dafür, dass die Dipshorner sich noch mit ihrem Dorfleben beschäftigen. Dennoch gibt die mögliche Gründung dieses Vereins Rätsel auf: Wenn der Wegfall der Feuerwehr Auslöser für die Neugründung eines solchen Vereins war, lässt sich auf ein bizarres Bild der Dipshorner von ihrer ehemaligen Brandschützern schließen. Überträgt man die Erwartungen an den neuen „Kulturträger“ so wäre die Feuerwehr zuständig gewesen für Feste, Lesungen, plattdeutsche Abende und vieles mehr, für eines aber offenbar nicht: die Abwehr von Gefahren wie Feuer und Überschwemmung. Um diese Gefahren scheint sich niemand zu scheren, für diese sind die Nachbardörfer zuständig. Mit dieser Einstellung tut man den letzten Kameraden der Dipshorner Wehr Unrecht, indem man ihre Bereitschaft zur Gefahrenabwehr auf eine ersetzbare und damit im Grunde genommen überflüssige Arbeit herab würdigt; dies war sie mit Sicherheit nicht! So lobenswert das Engagement, das Fehlen von öffentlichen Verkehrsmitteln oder Weiterbildungskursen durch die Selbstorganisation z.B. von Bürgerbussen zu lösen ist, umso erstaunlicher ist es, dass offenbar kein Bedarf mehr besteht auch die ureigene Aufgabe eines jeden Dorfes – die des Brandschutzes - zu übernehmen und dass die Verantwortung hierfür an die Nachbardörfer abgegeben wird. Um Irritationen zu vermeiden: Die Gründung dieses Kulturträgers wäre eine „feine Sache“ doch neben dem Engagement für Weiterbildung, Gemeinschaftssinn oder den öffentlichen Nahverkehr muss es nicht an letzter Stelle auch „Brandschutz geht uns alle an“ heißen. Die Feuerwehr darf kein Heimatverein sein und umgekehrt. So sehr auch die Ähnlichkeiten zwischen Feuerwehr und einem solchen Verein im sozialen Umgang miteinander sein mögen, so fatal wäre es die Zielsetzung der Feuerwehr in der Förderung der dörflichen Kultur zu sehen, dies tut sie nur sekundär und Brände lassen sich nur schwerlich mit Butterkuchen löschen! Bleibt zu hoffen, dass die Interessenbekundungen von 60 Dipshornern kein Strohfeuer ist, das nur durch das Fehlen einer eigenen Feuerwehr länger als gewöhnlich brennt und es anderen Dörfern der Samtgemeinde besser gelingt das Engagement ihrer BürgerInnen auf unterschiedliche Aufgaben der eigenen Gemeinschaft zu verteilen. Ein Kommentar von Bastian Brombach |
Advent, Advent, ein Lichtlein,... Jeder von uns weiß, wie dieser alljährlich wiederkehrende Vers zu Ende geht. In diesem Kommentar wollen wir allerdings weniger auf unsachgemäß platzierte Adventgestecke als viel mehr auf andere brennende Lichtlein aufmerksam machen: Die Beleuchtung der Hausnummer! Manch Einer hat in den letzten Tagen einiges an Leuchtmitteln aufgeboten um der weihnachtlichen Stimmung auf die Sprünge zu helfen, doch wann hat man sich das letzte Mal Gedanken über seine Hausnummer gemacht? Im Gegensatz zum saisonalen Leuchtschmuck sehen beleuchtete Hausnummern nicht nur schick aus, sie können im Notfall auch überlebenswichtige Sekunden bedeuten! Niemand wünscht sich auf die Hilfe von Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei angewiesen zu sein, wenn es aber doch einmal dazu kommen sollte ist es wichtig, dass die Rettungskräfte auch wissen, wo ihre Hilfe gebraucht wird. Einen kleinen Teil hiefür kann jeder selbst tun, indem er ganz einfach eine gut und von der Straße aus sichtbare Hausnummerierung anbringt, die im Dunklen leuchtet. Auch mit der Ortskundigkeit der heimischen Feuerwehrleute oder technischen Einrichtungen, wie Navigationsgeräten in Rettungswagen ist nicht gesichert, dass die Helfer im ersten Anlauf wissen, wo sich der genaue Einsatzort befindet. Noch besser als Hausnummern sind Einweiser, die den Rettungkräften anzeigen, wo Not herrscht. Die Erfahrungen von Rettungssanitätern zeigen, dass solche Einweiser immer hilfreich sind. Dies ist besonders dann wichtig, wenn es sich um Unfälle mit Herz-Kreislauf-Problemen handelt, bei denen jede gewonnene Sekunde die Überlebenschanchen steigen lässt. In Ihrem eigenen Interesse sollten Sie, falls sie dies noch nicht getan haben, also überlegen, ob zum zweiten Advent nicht nur eine weitere Kerze am Adventskranz sondern vielleicht auch die Hausnummer erleuchten sollte. Ein Kommentar von Bastian Brombach |
| Eine Halle für alle !? Um
Vorweg einmal auf einen gemeinsamen Nenner zu kommen: Kinder und
Jugendliche müssen Gassi gegangen werden. Was läge da näher als die
Kleinen in einen der zahlreichen Vereine zu schicken um ein Hobby zu
finden? In unserer Vereinslandschaft existieren dafür viele
unterschiedliche Angebote: Kerzen ziehen, Theater spielen, Bücher
besprechen, etc. Jeder Verein gibt sich also der einen oder anderen
Aktivität hin. Das Vereinsglück wird in der gemäßigten Klimazone mit
vier unterschiedlichen Jahreszeiten aber erst komplett, wenn man einen
passenden Rückzugraum hat. Und hier fangen die Probleme an:
Insbesondere in der kalten Jahreszeit ist es außerordentlich schwer
einen begehrten Platz in einer der umliegenden Turnhallen ergattern zu
können. Wenn die Hepstedter Jugendfeuerwehr dann mal eine Turnhalle
benötigt, beginnt eine Zitterpartie, bei der darum gebangt wird, dass
man mit viel Glück eine kleine zeitliche Lücke zwischen den etablierten
Vereinen ergattert. Hilfreicher wäre da schon eine feste Hallenzeit um
zu verhindern, dass die Jugendlichen bei den nächsten Ballturnieren
innerhalb der ersten Stunde in die Antriebslosigkeit geschossen werden.
Draußen macht das Üben von Volley- oder Völkerball in der Zeit von
Oktober bis April aber nur bedingt Spaß, sodass zwangsläufig der Bedarf
nach einer Halle entsteht. Es geht der Jugendfeuerwehr nicht darum
andere Gruppen aus der Halle zu verdrängen, denn eine Gruppe älterer
Damen, die vor einer Halle auf dem gefrorenen Dezemberboden mit ihren
rosa Gymnastikbällen turnt, sieht nicht nur seltsam aus sondern
bekämpfte nur die Symptome und nicht die Ursache. Wirkliche Abhilfe
schafft eine gütlichere Verteilung der Hallenzeiten, die neben allen
anderen Gruppen, die einen Anspruch auf Hallenzeiten erheben auch die
Jugendfeuerwehr als relativ neue Organisation berücksichtigt. Als
gleichwertiger Partner im Rahmen der Jugendpflege und Teil der
Vereinskultur sollte dies eine Selbstverständlichkeit sein. Ein Kommentar von Bastian Brombach |
| MAYDAY MAYDAY MAYDAY! Selbst
bei Übungseinsätzen ist dieser Notruf nur einzusetzen, wenn nicht
gerade der Untergang des Abendlandes bevorsteht. Doch genau eine solche
Endzeitstimmung dürfte nun bei den Kameraden der Dipshorner Feuerwehr
herrschen. Davon haben Sie gar nichts mitbekommen? Zu Ihrer
Entschuldigung sei hinzugefügt, dass man in den letzten Monaten
wirklich erstaunlich wenig darüber hören und lesen konnte, dass die
Dipshorner Feuerwehr nicht weniger als um ihr bloßes weiter existieren
kämpft. Von "Mayday" war keine Spur! Keine Endzeitmusik erklingt, wenn
man vor dem Dipshorner Gerätehaus steht. Ganz leise reduziert sich die
Anzahl der Feuerwehren in unserer Samtgemeinde nun von dreizehn auf
zwölf. In Zeiten, in denen das Ehrenamt durch Karten, Börsen und
TV-Themenwochen so stark ins Bewusstsein aller gerückt wurde wie selten
zuvor, ist es rätselhaft, wie ausgerechnet die Feuerwehr insbesondere
in einem kleinen Dorf wie Dipshorn nicht von einer solchen
Mobilisierung profitieren kann. Über den Grund für das endgültige
Verstummen der Dipshorner Sirene lässt sich sicherlich triftig
streiten. Ein Faktor, der aber sicherlich eine wichtige Rolle gespielt
haben dürfte, ist eine mangelnde Identifizierung mit dem Verein
Feuerwehr. Besonders
tragisch ist das Ende der Wehr für die letzten Feuerwehrmitglieder, die
bis zum Schluss, wenn auch leise, vielleicht zu leise, versucht haben
die Ortswehr Dipshorn zu erhalten.Es bleibt die Hoffnung, dass diese Tragödie wenigstens taugt, um anderen ein Lehrstück zu sein und besonders kleine Ortswehren daran zu erinnern, dass eine feste Verankerung der Feuerwehr innerhalb der Dorfgemeinschaft und ein aktives Werben um Nachwuchs und neue Bürger, auch BürgerINNEN (!) zwei der wichtigsten Lebensquellen für den Fortbestand der Feuerwehr sind. Ein Kommentar von Bastian Brombach |