Tag IX - Wir verlassen Rehden

Heut war es soweit. Ein letztes Mal aufstehen in Rehden, ein letztes Mal zum Duschen schlendern, das letztes Mal in die Schlange zum Frühstück einreihen. „Das Zeltdorf Peking kann jetzt zum Frühstück kommen“ tönt es durch den Lautsprecher. Zu diesem Zeitpunkt haben wir bereits beide Zelte abgebaut, das Gepäck auf einem Haufen stehen und den Platz nach Müll abgegrast. Nach dem Essen nur noch die Koffer verstauen und wir könnten los, nach Hepstedt, nach Hause. Jetzt stellen wir uns zum Essen an und im Kopf schweifen jede Menge Gedanken umher. Endlich nach Hause und ausschlafen. Irgendwie wird das Herz schwer, so plötzlich ist das Zeltlager vorbei und dabei hatten wir doch einen Tag mehr als sonst. Es geht ein Lager zu Ende, bei dem wir viele neue Freundschaften geschlossen haben, neue Spiele, das Spülmobil und jede Menge neuer Schwimmbäder kennen gelernt haben. Ein Lager, in dem wir in Sachen Wettbewerbe nicht mit dem Ehrgeiz der Anderen mithalten konnten. Schwimmen?. Ein Lager, das etwas spießig auf uns wirkte mit Gartenzäunen, Vier-Mann-Zelten und dem ganzen Ordnungsfimmel. Mittlerweile sind wir bei den Brötchen angekommen. „Moin zwei Stück bitte“. Heute gibt es sogar zwei verschiedene Sorten. „Moin, ich hätt´ gerne ne Scheibe Käse“ „Drei?“ „Nee danke eine reicht“, „Ach ich geb´ dir mal zwei, du bist ja noch jung, verträgst das“. Nun gut, ist ja nett gemeint, wo sonst als auf dem Zeltlager kann man sich drei Scheiben Käse ganz ungeniert auf´s Brot tun? Jaja das Essen, das war schon was. Gewöhnt an unsere Kreis-Küche, die sonst nur für 400 Leute kocht, hatten wir ja auch einen ziemlich hohen Anspruch. Verhungert sind wir auch nicht, insgesamt haben die Jungs von der Küche ja ihr bestes gegeben und das Essen hat oft genug sehr gut geschmeckt, das Brötchen mit den zwei Scheiben Käse, das ich gerade verdrücke schmeckt schließlich auch gut. Fertig. Ein letztes Mal geben wir unser benutztes Geschirr in die Obhut der Spülmobil-Leute. Was für ein Luxus und wir Deppen wollten schon unser eigenes Geschirr mit uns herumschleppen.



 Langsam lichtet sich der Zeltplatz, die anderen Wehren beginnen nun auch ihre Zelte abzubauen. Gepäck verstauen. Warum muss die holde Weiblichkeit immer so große Koffer haben? Oha, der Karton vom Planschbecken. Schwimmen. Schwimmen waren wir oft und gerne, mussten wir ja durch unser ständiges Rausfliegen. Spaß? Den hatten wir trotzdem! Den Neunkirchnern die Sonnenbrillen vertickern, Schlagball spielen, ständig Vier-Gewinnt spielen oder eben das Schwimmen. Alles verpackt bleibt nun Zeit sich zu verabschieden, ein letztes Mal über den Platz zu gehen und den Anderen beim Abbau zuzusehen. Vier große Hänger für eine Wehr, irgendwo müssen die ganzen Zelte usw. ja bleiben. Karl-Heinz hat mittlerweile die Lunch-Pakete geholt, jetzt erstmal ein Donut und ein Päckchen O-Saft. „Das Antreten zur Abschlussveranstaltung ist um 10:30h auf der großen Straße“. Wir stellen uns auf und warten darauf, dass der Zug, der an unserem Platz vorbeikommt ein Ende hat, bis dahin marschieren alle Anderen an uns vorbei und oft kommen einem die vorbeilaufenden Gesichter mittlerweile bekannt vor. Plötzlich stockt der Zug und jemand lässt uns uns einreihen, schade eigentlich, gern hätte man alle, die dabei waren noch einmal vorbeilaufen sehen, wie bei einem Filmabspann. Nun stehen wir hier, die Sonne strahlt auf uns herab die Fahnen wehen im Wind, eigentlich bessere Bedingungen um ein Zeltlager zu eröffnen und nicht zu beenden. Vorgewarnt wurden wir schon: „Die Siegehrung dauert lange“. Nach den Reden vom Landrat und dem Schirmherrn wird nun noch Blech an die Verantwortlichen verteilt. Wenn man bedenkt was für ein Aufwand hier betrieben wurde, hätte es noch mehr Auszeichnungen geben müssen. Nun endlich. Die Siegerehrung beginnt und immerhin scheint jede Wehr einen Pokal zu bekommen. Etwas überraschend ist es schon, dass wir nicht unter den letzten 10 Gruppen sind, die Kameraden aus Scheeßel-Hetzwege und Sittensen haben wir sogar noch hinter uns gelassen. Irgendwann müssen wir doch auch dran sein, oder hat man uns nicht in der Wertung drin? „Platz 52 – Die gemischte Gruppe aus Hepstedt und Wilstedt“, also doch, Platz 52, für eine Gastwehr nicht schlecht!



Jetzt muss noch die restliche Siegerehrung ausgehalten werden, bei der einer lauter jubelt als der andere. Wieder schweifen die Gedanken ab. Zweimal sind wir doch nur weiter gekommen und selbst dann sofort ausgeschieden. Egal wir hatten trotzdem gemeinsam mit den Wilstedtern und Sittensenern unseren Spaß und jetzt auch noch einen Pokal mehr. Die Blaskapelle reißt uns aus den Gedanken und die Siegerehrung ist schlagartig vorbei. Die Fahnen werden eingeholt und uns wird eine gute Heimreise gewünscht. Das war´s. Unsere Fahrer warten schon und wir treten direkt nach der Siegerehrung unseren Heimweg an. Komisch, eigentlich gäbe es so viel zu erzählen doch die meiste Zeit schlafen viele, oder blicken einfach schweigend aus dem Fenster. Ein Hauch von Wehmut liegt in der Luft. Eigentlich hätte man es ruhig noch eine Woche länger aushalten können. Angekommen, dauert es nicht lange, da sind die ersten Eltern am Gerätehaus und begrüßen ihre Kinder. Doch vorher müssen wir noch einmal die Zelte aufbauen, zum Trocknen. Nun zum Schluss gibt es den zweiten Teil des Lunch-Paketes: Die Lagerfrikadelle mit einem Brötchen. Die Essensmarke dafür müssen wir nicht abgeben, die bleiben beim Lagerausweis stecken; als Andenken. Ein Andenken an neun Tage, die zu schnell vorüber waren, an Bekannte, die wir auf dem Lager kennen gelernt haben, an jede Menge Spaß und nicht zuletzt an Schwimmbäder. Nach und nach fahren nun alle vom Parkplatz. Als Letzter fährt der Jugendfeuerwehrwart ab, schließt seine Tür und damit auch das Kapitel Zeltlager 2008.



Liebe Rehdener der Hauch von Melancholie, der in unserem letzten Bericht mitschwingt lässt euch erahnen, wie sehr uns das Zeltlager gefallen hat und wie schwer der Abschied fiel. Wie wollen uns bedanken für die ganze Arbeit, die ihr in die Vorbereitung und Durchführung gesteckt habt und die ihr beim Abbau noch hineinstecken werdet. Wir hatten das Gefühl, dass alles sehr gut durchgeplant war und jeder einzelne von euch sein Möglichstes getan hat um uns ein schönes Zeltlager zu bereiten. Besonderer Dank gilt natürlich dem Team des Fackelläufers , das dafür gesorgt hat, dass wir unser Tagebuch schreiben konnten und Rita, der Frau des Rehdener Ortsbrandmeisters, die unseren Betreuern Helfer T-Shirts organisiert hat, damit diese immer zeigen können, wo sie 2008 im Zeltlager waren.
Vielleicht bleibt ja der Kontakt erhalten und wir sehen uns bald wieder. In diesem Sinne:

Danke für die geile Zeit!