Tag IV - Raus? Wir fahren Schwimmen!
Knapp
die Hälfte des Zeltlagers liegt nun hinter uns. Auch heute begann der
Tag zunächst einmal damit, sich aus dem Bett zu quälen. Die Tatsache
erst als viertes Zeltdorf und damit zwei Stunden nach dem Weckruf zum
Frühstück gerufen zu werden kommt einem da sehr gelegen. Dennoch fiel
es insbesondere einem weiblichen Geschwisterpärchen schwer sich von
ihrem, mit Luftmatratze aufgerüsteten Jumbo-Feldbett zu trennen. Doch
alles Jammern half nichts, schließlich stand um Punkt zehn Uhr das
erste Volleyballspiel für die ältere Gruppe an. Klar, dass unsere
Jugendlichen gegen die Gastgeber aus Rehden als Underdogs gewertet
wurden. Leider bewahrheiteten sich die schlimmsten Befürchtungen und
wir sind erneut nach dem ersten Spiel aus dem Turnierbetrieb
raus geflogen. Genauso erging es eine halbe Stunde später der jüngeren
Gruppe beim Völkerball, obgleich der Sieg bei diesem Spiel gegen die
Wehr aus Cornau fast sicher schien. Spätestens bei diesem Spiel ist
uns aufgefallen, dass viele Wehren hier um jeden Sieg mit höchstem
Ehrgeiz kämpfen. Bölkende Betreuer, die wild fuchtelnd am Spielfeldrand stehen und ihren Schützlingen Anweisungen zubrüllen sind hier
keine Seltenheit und leider konnte sich die ein oder andere Gruppe ,
die gerade gegen uns gewonnen hatte ein hämisches Grinsen nicht
verkneifen. Die Wettbewerbe werden hier einfach ernster genommen, als
bei uns im Landkreis, die Jugendfeuerwehrkameraden aus
Niederochtenhausen hätte hier also passende Spielgefährten.
Eine weitere Überraschung erwartete uns, als wir nach den Spielen wieder zurück zu unseren Zelten wanderten. Eine große Traube grimmig dreinblickender Leute stöberte ohne ersichtlichen Grund in unserem Zelt herum. Wer hat denn ein Interesse daran unser etwas chaotisches, aber durchaus liebenswürdige Heim unter die Lupe zu nehmen? Der Zoll? Die Drogenfahndung? Schlimmer, eine Wertungskommision, die Punkte für Ordnung und Sauberkeit vergibt. Den Minen der Richter konnte man entehmen, dass wir auch bei dieser Disziplin, die übrigens sogar in die Gesamtwertung eingerechnet wird, keinen Blumentopf gewinnen werden, wobei gerade ein solcher angeblich dabei helfen könnte, bei, nächsten Mal besser abzuschneiden. Da wir aber noch nicht einmal einen Gartenzaun haben wüssten wir ohnehin nicht, wo wir das Gestrüpp parken sollten, sodass wir wir zu dem Schluss gekommen sind, dass uns dieser pedantische Ordnungswahn wenig kümmert und wir lieber in einem etwas chaotischen, dafür aber gemütlichen Zelt wohnen bleiben. Nicht umsonst heißt es an vielen Klingelschildern „ausreichend sauber um gesund zu bleiben und dreckig genug um glücklich zu sein“.....naja anderer Landkreis andere Kriterien.

Da sich die Finalrunden für uns also erledigt hatten blieb am Nachmittag dann wieder genug Zeit um ins Schwimmbad zu fahren, den freudigen Reaktionen zufolge bleibt die Vermutung, dass vielleicht doch mit Absicht verloren wurde um später den Sprung in das kühle Nass machen zu können.
Heute waren wir in der Lagerzeitung vertreten. Siehe Bild